April 12, 2012 in Blog
Twitter: Signing out. Signing out forever.
April 12, 2012 in Blog
Ich habe meinen Twitter-Account gelöscht. Wen dieser Umstand und das “Warum” interessiert, der sollte nun weiterlesen, wen nicht, der kann diesen Artikel überspringen.
Mich fragte Herr @Sonderbayer via Formspring:
Lieber Devox, Sie waren mein erster Follower und ich hoffe die Frage ist gestattet. Warum kehren Sie Twitter den Rücken? Okay, er ist staubig, aber es muss ja noch andere Gründe geben. Ich mag/mochte Ihre Tweets. Grüße aus Sonderbayern.
Gerne doch Herr Sonderbayer, Sie sind mir auch einer der liebsten gewesen.
Leider gibt es zu wenige von Ihrem Schlag.
Ich twittere jetzt seit 3 Jahren. Ich habe das immer sehr gerne getan, nicht wegen dem eigentlichen Twitter-Sinn, der schnellen Information, sondern wegen der unglaublich geistreichen Sprüchlein, den Gedanken die da Andere haben, die mich zum lachen und Nachdenken bringen, und bei denen ich mich irgendwie ein klein wenig in guter Gesellschaft fühlte. Ich hatte wirklich den Eindruck da gleichgesinnte zu lesen, für gleichgesinnte zu schreiben, und von gleichgesinnten ein klein wenig Anerkennung in Form von Favs für ein paar Geistesblitze zu erhalten, bevor diese für immer im Orkus des Vergessens verschwinden.
Das ist Twitter für mich. Ein Überlaufbecken, in das ich all meine Gedanken fließen lasse die woanders keinen Platz mehr haben. Und es war toll die nicht nur in ein Büchlein zu kritzeln, sondern da Menschen zu haben die mit dem was sie denken irgendwie “aus der selben Ecke” kommen wie man selbst. Menschen die sich auszudrücken wissen, die evtl. auch ein bisschen schreiben, sich für Bücher interessieren, einfach nicht doof sind… Bestärkt wurde das ganze durch ein Treffen mit einer Twitterdame, mit der ich mich auf Anhieb blendend verstand. Da lag die Vermutung nahe das es da noch mehr tolle Menschen gibt.
Nun hat mir vor ein paar Wochen ein größeres Twittertreffen gezeigt das ich vollkommen falsch lag. Ich und die Twitter-Masse kommen nicht aus der selben Ecke, nicht mal vom selben Planten. Ich habe mit dem Großteil dieser Menschen die dort schreiben nichts gemein. Gar nichts. Ich will eigentlich nicht fies werden, ich konnte es bisher vermeiden wenn ich darüber sprach. Doch ich muss es wohl anklingen lassen: Ich war entsetzt von dem tumben Volk das da herumeumelte. Evtl. habe ich nur mit den falschen Menschen gesprochen/zugehört/gesehen, und so 6 bis 7 liebe Menschen habe ich dort ja auch getroffen. Doch der Großteil steckt noch mitten in seiner Pubertät. Mit 30+. Das ist sehr, sehr traurig. Für viele ist dieses Netzwerk und was dort geschieht elementarer Teil Ihres Lebens. Es ist real für sie. Die Streitereien und Querelen, und der Inzest der da für postpubertäre Beziehungsdramen sorgt. Für mich ein einziges Rätsel.
Und eigentlich kenne ich diesen Schlag Mensch doch so unglaublich gut. Ich bin jetzt seit ca. 15 Jahren im Netz unterwegs, war in allen möglichen Communitys, und ich glaube so mit 15, 16 war die ganze Sache für mich auch “echt”. Doch ich habe frühzeitig gelernt wie die Wirklichkeit aussieht, und die ist fett, hässlich und psychisch gestört. Warum ich das nicht auch bei Twitter von Anfang an vermutete weiß ich nicht mehr so genau. Ich dachte halt die ganzen guten Tweets wären nicht nur Glückstreffer und geschicktes klauen, und wo was so geistreiches sprießt gäbe es nur wenig Dummheit.
Doch mir wurde im laufe des Abends immer mehr bewusst das ich die letzten 3 Jahre nicht Gleichgesinnte sondern einen Haufen Versager bespaßt hatte. Das war eine recht bittere Erkenntnis, weil ich mich eigentlich für einen recht guten Menschenkenner halte.
Doch für die 20 Follower die ich anders Einschätze lohnt es sich einfach nicht weiter zu schreiben. So bleibe ich bei meinem Blog, und hin und wieder hier bei Formspring.
Tja, so ist das.
Freundschaft mit Löwen, Chips und dem Tod
April 1, 2012 in Blog
Es hatte keinen Sinn, der Hummer H1 ist festgefahren. “ALLE RAUS! WIR MÜSSEN SCHIEBEN!” Die Eiseskälte nimmt mir beim Öffnen der Beifahrertür fast den Atem. Mit einem kawasaki-grünen klappspaten bewaffnet stapfe ich um das auto, um die Ursache des versackens auszumachen. Der Schnee liegt gut 50 cm hoch, der Waldweg ist nur durch das nicht Vorhandensein von Bäumen zu erkennen. Vorn stehen Markus und Richard, Personen die ich noch nie gesehen habe, um die front des Autos. “JETZT SIEH SICH DAS EINER AN!” Die Front des Hummers war in den Weg abgesunken. An der Stelle war der Schnee auf der Straße getaut und hatte einen kleinen Teich gebildet, auf dem 2 gelbe Enten schwammen. “DEN MÜSSEN WIR AUSLÖFFELN!” Ich kann immer noch nicht genau sagen wer von den beiden in dieser brachial lauten Stimme zu mir spricht. Immer wenn ich hochgucke sind die beiden nur am rauchen. Sprechen tun sie nur wenn ich nicht hinsehe. “was solls” denke ich und mache mich daran das Wasser aus dem Tümpel zu scheffeln. Es ist schweißtreibende, schwere Arbeit die sehr langsam von statten geht. Langsam senkt sich der Wasserspiegel und es kommt ein zweites Auto aus dem Morast zum Vorschein. Es ist ein Kleinlaster, russisches Fabrikat, beladen mit Chio-chips in großen Kartons. “Oh großartig!” denke ich, stürze in den Laderaum und schnappe mir den einzig trockenen Karton. Behänd laufe damit zum Heck unseres Hummers, um ihn den Karton im Kofferraum zu verstauen. Plötzlich dringen Stimmen aus dem Dickicht. Eine Frau, blond, mein alter, nicht unattraktiv und ein zotteliger Kerl kommen mir freudestrahlend entgegen. “Oh Sie haben die Chips, wie wunderbar, wir dachten…” Ich Ziehe eine Halbautomatische Handfeuerwaffe aus meiner Hose und schieße dem Zottelkerl ins Gesicht. Diese Chips sollen nur mir gehören, ich teile sie mit niemandem. Seine Freundin kreischt wie am Spieß was ich mit einem emotionslosen “Wir haben Waffen.” beantworte. Sie schlägt sich kreischend ins Gebüsch. Ich werfe die chips in den Schnee und folge ihr.
Ich trete durch das Dickicht und stehe auf einer verschneiten Weide. der Wald ist weg, wozu ist er auch jetzt noch gut? Auf der Weide stehen mehrere Schaukeln, doch anstelle dem Brett auf dem man sonst sitzt, sind an den Ketten große massive Metallkugeln befestigt, die im Wind schwingen. 5 bis 6 große Raubkatzen, wohl schneelöwen, spielen mit den Kugeln, schlagen dagegen, erfreuen sich an ihrem wilden schwingen. Ich weiß das ich von meinem jetzigen Standpunkt aus all die Kugeln kontrollieren kann, allein mit meinem Willen. Ich lasse eine von der Kette und ins Tall rollen. Dann eine Zweite. Eine Dritte. Die Löwen sind darüber nicht erfreut und wollen mich angreifen. 2 große Kugeln zerschmettern 3 von Ihnen. die anderen werden meine freunde.
Auf der Rückseite des Hügels auf dem ich nun stehe erhebt sich eine rote Woge. Ich kann nicht direkt erkennen das es sich um Höllenreiter handelt, aber es riecht danach. Ich schicke die Raubkatzen, die nun 3 flach geformte Fluggeräte sind, gegen sie. Vergebens. Sie sterben alle innerhalb von Sekunden. “also ist es an der Zeit”. Ich sattle eine der Eisenkugeln und fliege in die Reihen der roten Heerscharen. schlage um mich, schreie und wüte wie ein Berserker unter den gesichtslosen wesen die nur tot und elend bringen, die restlos ausgemerzt werden müssen wenn ich weiterleben will, wenn alles weitergehen soll… vergebens, es zerfetzt mich, ich denke noch kurz an die Chips im Schnee und wie ungerecht es ist das ich sie nun doch nicht bekomme.
dann wache ich auf.
Begegnung
Februar 6, 2012 in Blog
Er weiß nicht wie lange er schon hier ist.
Zeit wird zu einer kargen Landschaft von seichten Erhebungen, wenn keine Ereignisse das Leben durchziehen. Die Fixpunkte an denen er ausmachen könnte wie lange er nun schon durch diese Steppe wandert wurden mit der Zeit immer weniger, dünnten aus, auf dem Weg.
Der “Weg”.
Das ist ja auch so eine Sache. Es gibt gar keinen. Keine Straße, nicht mal einen Trampelpfad. Orientierung unmöglich. Innerer Kompass? Gibt es nicht. Nicht hier. An welchem Pol sollte er sich auch ausrichten? So bleibt nur die vage Vermutung das man richtig liegt, die Trotzköpfigkeit das man “nun ja nicht mehr den ganzen Weg zurück geht!”, und sich von den Stürmen tragen lassen.
Und Stürme sind hier sehr gefährlich. Das lernte er bereits.
Du kannst dich ihnen ergeben, gegen sie zetern und schreien, versuchen zu vergessen das es sie gibt und dabei an ihnen erfrieren… oder irgendwann dahinter kommen, und sie als das akzeptieren was sie sind: Unbeherrschbar und Teil deiner selbst. Du kannst lernen wie du dich vor ihren Eisscherben schützt und wie du die Winde nutzt um Strecken zu überwinden die du zu Anfang für unpassierbar gehalten hast. Doch selbst mit diesem Wissen bleiben sie lebensbedrohlich.
Das entfernte Grollen ist dumpf und mächtig.
Es ist also wieder so weit.
Er wartet.
Ausläufer des Sturms wirbeln Staub um ihn herum auf, erste Eiskörner schlagen klickend auf den Boden. “Gleich kommt der Geruch”, denkt er. Die Nebel kriechen auf dem Boden entlang, der Sturmfront vorauseilend, wie eine Rotte giftiger Schlangen, über die Steppe schlängelnd. Und steigt er zu dir auf ist es zu spät. Er nimmt dich, lähmt dich, macht dich zur Sturmbeute. So beginnt es immer.
Er schließt die Augen,
und nimmt einen tiefen Atemzug.
“Eine Umarmung, für einen alten Freund.”
“Entschuldigen Sie.”
Er reißt die Augen auf.
Hinter ihm hat jemand etwas gesagt.
Aber das ist unmöglich.
Hier kann niemand sein.
Zumindest dachte er das.
Aber wem gehört dann diese Stimme?
Will er das überhaupt wissen?
Was, wenn er sich nun umdreht und da steht niemand. Was wenn er verrückt geworden ist? Die Umstände würden ja passen. Langes Herumwandern, alleine, hier und da ein Selbstgespräch… Und nun hört er also Stimmen. Großartig. Auch dazu noch eine weibliche, die dem Klingen von Glasglöckchen nicht unähnlich ist. “Immerhin besser als eine die Mordgedanken brüllt, oder eine die dich pausenlos beschimpft…”
“Ähm, ich bin hier, hinter Ihnen.”
Die Stimme kommt eindeutig von hinten, und kennen tut er sie auch nicht.
Er weiß nicht wie dieses “Stimmen einbilden” funktioniert, aber das man sie aus einer bestimmten richtung hört, das passt nicht. Auch hätte sein Hirn sicherlich eine Gewählt die ihm irgendwie bekannt ist. Das heißt: Da steht wirklich jemand. Und trotzdem zögert er noch sich der Stimme zuzuwenden.
Hier draußen ist es rau. Er selbst überlebt es nur aus dem Umstand jahrelanger Übung. Und wegen seiner Rüstung, die mit der Zeit immer dicker und ausgefeilter wurde. Würde er nun das selbe zu sehen bekommen? Einen wie ihn? Es wäre Logisch. Wie sonst soll man hier überleben?
langsam, den Sichtschutz seines Helmes nach oben schiebend, dreht er sich um.
Vor ihm steht ein Mädchen. Barfuß. Mitten in der Einöde, auf einem Flecken grün. Ihre Schritte haben die karge Steppe zum erblühen gebracht,und selbst durch seine Rüstung spürt er die Wärme die von Ihr aus geht.
“Hallo.” sagt der Eisenfürst.
“Hallo.” sagt das Blumenmädchen.
Eisenfürst
Februar 2, 2012 in Blog
Dunkel verhangen, jeden Morgen
Schwärze hoch am Firmament
Kälte, Chaos, Eisengrinsen,
sind Freunde die er so gut kennt
Und strahlt die Sonne kurz und kräftig
durch Wolken grau und aufgetürmt
Sieh nicht hin,
Sie scheint nicht für dich
Für dich sind Tage, an denen es stürmt.
Eisenfürst, bleib eisern.
halte deinen Kern versteckt
Denn du weißt des Lebens warme Mitte
am ausgestreckten Arm verreckt.
Frage an den Devox: Hirnblockaden
Januar 19, 2012 in Blog
“Devox, welche Situationen überfordern dich?”
Da gibt es einige. Zum Beispiel wenn die Frau/der Herr an der Supermarktkasse etwas anderes sagt als sonst. Etwas worauf man nicht auf Anhieb das passende “Auf Wiedersehen.” parat hat. Sowas wie “Danke für Ihren Einkauf, bis zum nächsten Mal, und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.” – Himmelhilf. Was für ein Satz. Und das dann auch noch während man gehetzt Badreiniger und Wurst vom Laufband klaubt und in eine viel zu klein gewählte Plastiktüte stopft und mit der anderen Hand seine EC-Karte aus dem Lesegerät friemelt. Da fällt mir gerne mal gar nichts ein. Ich bin froh wenn es noch zu einem “Ebenfalls” vor dem “Auf Wiedersehen.” reicht, und ich, wenn auch verwirrt, den Markt verlassen kann.
Auf dem Parkplatz, beim einräumen ins Auto, stelle ich mir dann meist vor, wie sich alle Bediensteten des Supermarkts im Pausenraum über den offensichtlich geistig verwirrten lustig machen, der kein Wort herausbekommt, wenn man ihn 3 Sachen gleichzeitig machen lässt. Sie haben sehr wahrscheinlich Fotos von mir dort, am Kühlschrank, groß “Sozial-Versager!” steht da drunter. Und Sie haben einen Tanz nach mir benannt, bei dem man stumm so tut als wäre man blind und taub. Den tanzen Sie immer, bis alle vor lachen am Boden liegen. … Ich will dort nie wieder hin.
Höllenmaschine
Januar 18, 2012 in Blog, Hirnbrand
Es ist 2:00. Dienstag. In 6 Stunden klingelt der Wecker. Das weiß er und ich. Mit dem Unterschied das er damit sein Tagwerk getan hat. Ich hingegen darf mich erneut in die Hölle stürzen. Jeden Tag tue ich das, nun seit fast 9 Jahren. Jeden Morgen Höllensturz, jeden Morgen mit dem Fahrstuhl in den innersten Zirkel. Ich kenne mich inzwischen aus, ich weiß wo alles steht, wo alles liegt, wo alles schwebt. Weiß was ich zu tun habe um die Maschine in Gang zu halten, weiß in welche Zahnräder ich mich zwängen muss um ein zerbersten zu verhindern. Und ich weiß das ich hier runter ziehen könnte, wenn ich wollte. Ich könnte hier leben. Und ich habe lange Zeit mit dem Gedanken gespielt., ja ich habe sogar schon hier geschlafen. Aber ich will nicht. Ich werde nicht. Ich kann gar nicht. Die Welt oben gefällt mir viel zu gut.
Aber die Maschine will Ihren Tribut. Und den werde ich leisten.
Doch nur den.
Mich frisst sie nicht.
Rette deine Feigheit, Mann in Grün
Januar 18, 2012 in Blog
Es ist schon etwas her, aber ich schrieb ja mal was zu der “Rette deine Freiheit” Demo, und dem dazugehörigen Prügel-Polizisten Video. Jetzt (2 Jahre danach) gibt es neues dazu:
Ich darf es eigentlich gar nicht lesen. Gibt nur hohen Blutdruck.
Frage an den Devox: “Peinlich” tanzende Männer
Januar 1, 2012 in Blog, Fragen an den Devox
(Devox, stell dir vor du wärst eine Frau.) Wenn dein Freund tanzt, lächeln alle peinlich berührt. Er jedoch fühlt sich wie John Travolta persönlich und stellt sich direkt vor dich, damit ich seine “coolen Moves” bewundern kannst. Sollte man es ihm mal sagen? Falls ja, wie?
Ist das “ich” da bei “coole moves” ein freudscher verschreiber? :D
Klar kannst du es ihm sagen. Sei dir nur im klaren das du ihn dann nie wieder tanzen, oder sich ausgelassen bewegen sehen wirst. Männer kennen in dem Bezug keine Kritikfähigkeit. Erwähnst du es, ist es vorbei damit. Willst du das, dann Bravo. Gut gemacht. Jetzt nimm ihm noch all sein “Männer”Spielzeug, Musik und Abende mit freunden und du hast schon bald ein nahezu heiratsfähiges Exemplar. Einen Zombiemann.
Meistens wird Frauen ein solcher Mann allerdings schnell langweilig, was darin endet das man sich vom exotisch, wilden fitnesstrainer bumsen lässt. Bis man dann auch mit dem zusammenkommt, und das Spiel beginnt von neuem.
Fazit & Protipp: akzeptieren sie Peinlichkeiten an ihrem Partner als Eigenheiten die aus ihm den Mensch machen der er ist, und ohne die sie sich nicht in ihn verliebt hätten.
Diese Fragen wurden mir über http://www.Formspring.me/Devox gestellt. Fragen aus denen gute Texte entstehen werden auf www.devox.de gefeatured, stell mir auch eine Frage!