Die Rückkehr der Schneckenpost

Ich hatte gut hundert Titel für diesen Artikel:

„Von Hand zu Fuß ins Bein geschossen“
„Analogisiert die Digitalen!“
„Back to the roots – druck dir ein Internet“
„Die Zukunftsvisionen der ewig Gestrigen“

Oder ganz einfach:

„Warum dumme Menschen was für *in die Hand* zum lesen brauchen“

Richtig geraten, es geht um die Pläne einiger Post-Thron Rüttler. Die haben sich jetzt was unheimlich neues und modernes ausgedacht: „Hybridpost“. Zur erklärung ein Golem Zitat, die Wirtschaftswoche war nicht auf anhieb Zitierfähig:

Wettbewerber der Deutschen Post wollen diese mit Hybridpost angreifen. Unternehmen sollen dabei ihre Briefe elektronisch übermitteln, die Anbieter drucken sie und liefern sie innerhalb von 24 Stunden aus, berichtet die Wirtschaftswoche.

Vollständiger Artikel hier

So, wer hat das jetzt verstanden? Man schickt also eine E-Mail an eine Poststelle, die druckt auf Ihrem Drucker, dessen Druckqualität niemand kennt, die E-Mail von mir aus um sie in einen Umschlag zu stecken und zuzustellen.

Mir fällt es schwer darin irgendeinen Sinn zu entdecken.

VIeleicht dachte man sich auch: „Hmm, Wie kommt ein jeder in den Genuss aller Nachteile aus beiden Welten der Nachrichtenzustellung?“

Hybridpost!

Es ist birgt die Gefahren der abhörung, weil „elektronisch übermittelt“ wie die E-Mail, und es ist langsam wie die Post, weil händisch ausgeliefert. Der Flotte Name „Hybridpost“ ändert auch nichts daran das diese Idee offensichtlich jemandem entsprungen ist der sich gerne Internetseiten ausdruckt um sie zu lesen.

Und diese Menschen sind eben auch die Zielgruppe. Eben solche Menschen die in Ihren Unternehmen immer noch darauf bestehen das E-Mail-Konversationen ausgedruckt und abgelegt werden, und für die PDF ein Fremdwort ist. Denen es gar nicht genug Papier sein kann und die am liebsten ihr Scheißpapier nach Benutzungsgrad Abheften würden.

Wir (die arbeitende Menschheit) sind grade dabei unsere alltägliche Informationsflut zu bändigen, Paper Free Document Handling ist das Wort der Stunde! Mit einem durchdachten Ordnungs und Organisationssystem ist diese Art der Informationsverwaltung die einzig Akzeptable. Wenn Frau Sekretärin nicht für jede 3 Jahre zurückliegende Korrespondenz in den Keller laufen und Aktenordner Wälzen muß, sondern einfach einen Suchschlizt bemüht der das PDF Archiv durchforstet…

O2 (der Handyanbieter) z.B. gibt mir garnicht mehr die Möglichkeit meine Rechnungen am Ende des Monats auf Papier zu erhalten. Und es ist gut. Sogar die Institution die wahrscheinlich die Bürokratie und das Aktenordnen erfunden hat, das Finanzamt, nimmt inzwischen eine Steuervoranmeldung nur noch Elektronisch entgegen. Und es ist gut.

Es spart so viel Energie und Zeit und Platz. Aber vermutlich waren das die 3 großen Punkte die beim Brainstorming, welches zur Hybridpost-Idee geführt hat, groß auf dem Contra-Flip-Chart standen.

Aber was rede ich… spätestens wenn wir von der Insolvenz dieses neuen High Tech Briefzustellers lesen wissen wir welche Systeme sich letztendlich durchsetzen.

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