Kinoplakate – zwischen Schund und Kunst

„Hinweis: dies ist ein 5.0 artikel in der aufbauphase“

UPDATED! – Artikel ist jetzt vollständig, aber noch in der Rohfassung. Etwaige Formulierungs- und Rechtschreibfehler sind zu missachten, er ist trotzdem unterhaltsam.

Immer wenn ich an unseren Städtischen Kinos vorbeikomme bleibe ich stehen und schaue mir die werke der Kinofilm-Postermacher an. Man sollte ja meinen das, wenn man Plakate für mulit-millionen dollar Filme gestaltet ein gewisses können zugrunde liegen muß, um überhaupt in diese Position zu kommen.

Viele dieser Plakate sind in meinen Augen Meisterwerke, denn Sie schaffen es die Atmosphäre des angepriesenen Films einzufangen, vielleicht auch dessen Handlung ein wenig zu beschreiben, und trotzdem die Gratwanderung zu vollführen nicht zuviel zu verraten.

Doch immer wieder sind unter den vielen guten einige furchtbare Machwerke. Poster die Brechreiz auslösen und mich dazu bringen den film nicht zu mögen ohne ihn je gesehen zu haben.

Doch ich möchte erst ein Paar Lobeshymnen loswerden, bevor wir uns dem Moloch zuwenden.

Image Hosted by ImageShack.us

DOUBT oder im deutschen „Glaubensfrage“. Ein unglaublich schönes Plakat, sehr prägnant. Das Objekt in der Mitte, gleichsam Kreuz, christlicher bau und zensurbalken wirkt auf den ersten blick bedrohlich, und verliert dieses leichte unwohl-Gefühl auch nicht beim genaueren hinsehen. das kleine bunte fenster im oberen teil symbolisiert Hoffnung in tiefer schwärze und die typo ist angenehm gestaltet. Auch ist die massen-Aufzählung im unteren bereich, welche wohl auf jedem Filmplakat platziert werden muss, nicht die übliche text wüste, sondern wurde gut integriert. Mir gefällt das Plakat sehr gut.

Image Hosted by ImageShack.us

Frost/Nixon
Direkt wird klar: da sind sich zwei nicht einig. sei es durch die voneinander abgewandten köpfe, oder die versetzt angeordneten Bildstreifen, welche das Plakat in 2 tele trennen. Der „Konflikt“ zwischen Frost und Nixon wird gekonnt vom plakat aufgenommen und transportiert, und die minimalistische Bildauswahl zu jedem der beiden weist noch einmal explizit auf die Unterschiedlichkeit der Charaktere hin. Die typo ist ebenfalls konträr gehalten, die „massen-Aufzählung“ auch hier gekonnt eingebunden.

Image Hosted by ImageShack.us

Changeling oder im deutschen „der fremde Sohn“.
Gut, ja ich bin Angelina Jolie Fan. Und insgesamt ist das Plakat nicht sooo der Reißer. Doch der blick durch die Glasscheibe zu Ihrem Sohn hat etwas, macht das Mysterium des Films aus, verdeutlicht es. Die frage „warum schaut die frau so traurig auf das Kind“ kommt sofort. kombiniert mit dem leider sehr übereifrig übersetzten Filmtitel kommt es dann will man natürlich wissen wie ein „sohn“ fremd sein kann.

Doch hier gibt es nicht nur lob: das Spiegelbild von frau jolie ist zu offensichtlich ein zweites, reinretuschiertes Foto, wie man unschwer an ihrem Mund erkennt. auch ist die typo zwar aufgeräumt, aber die beiden, in weiß gehaltenen Sätze: „Um ihr Kind zu finden folgt sie unbeirrt ihrem weg“ und „eine wahre Geschichte“ zertrümmern das so interessante Gesamtbild wie mit einem Vorschlaghammer. Nach dem Motto: „den dummen deutschen muss man erklären wovon der film handelt, denn sie sind zu dumm und haben keine Phantasie, die Krauts“ schade. ohne diese Sätze wäre das poster wesentlich intensiver.

Doch genug dem guten, wenden wir uns jetzt dem Moloch zu:

Image Hosted by ImageShack.us
(große version hier)

Bride Wars. um ehrlich zu sein habe ich mich nicht informiert worum es sich bei diesem film handelt weil mich bereits das Poster und der Name zutiefst abgeschreckt haben. Das Poster schreit bereits beim ersten betrachten „BELANGLOSIGKEIT“. Klare Sache: ein Frauenfilm. Das Äquivalent zum Actionstreifen für den Mann. Hirn aus, schund rein.

Doch schauen wir uns das Poster etwas genauer an: Dem geübten wie dem ungeübten Auge fällt sofort auf das es sich bei dem Foto der beiden Darstellerinnen nicht etwa um einen shot handelt, sondern um 2 merkwürdig zusammengefügte teile. Zumindest schauen sich die beiden nicht in die Augen. Eher schaut miss Hathaway (rechts) uninteressiert auf das seltsam platte Kinn und die Nase miss hudsons. Den umstand mit eingerechnet das sich die beiden vermutlich grade gegenseitig mit ihren Kuchenhebern umbringen möchten eine seltsame Sache.

Und wenn man schon auf STAR WARS anspielen möchte, dann doch bitte richtig, und kein gemischter Typo-Auflauf mit Käse. „Bride“ in „Bickham Script“ eine „Helvetica“ für den glamourösen Untertitel „Beste Feindinnen“, um auch nochmal klar zu stellen das es bei einem Film der „Bräute-Krieg“ heißt nicht um Freundschaften geht, und das große, rote „WARS“ in … puh, ja was ist das eigentlichfür ein font? ach egal.

Für mich ein schundplakat, vielleicht aber auch weil ich belanglose Filme nicht mag.

Image Hosted by ImageShack.us
„Er steht einfach nicht auf dich“

„What the fuck?“ war meine erste Reaktion auf diese reizüberflutende ÜBER-Montage. Was hat sich der Gestalter bei diesem Bockmist gedacht? Was soll da vermittelt werden? „schaut mal her wie viele Leute, die man mehr oder weniger aus anderen schlechten Filmen kennt, wir für diesen film engagiert haben“?? oder „dieser Film ist so realitätsfern das ausschließlich übermäßig gut aussehende menschen mitspielen, hier eine Auflistung.“?

Was soll die herzförmige Pille mit „Call me!“ Prägung, welche aussieht als wäre sie von der letzten Werbeaktion eines hollywood-extacy-dealers übrig gebliebenen? warum ist das „einfach nicht“ im Titel kursiv?

Warum sieht das ganze Plakat aus wie die Imagekampagne einer Versicherung?

Warum muss ein „US-Bestseller“ verfilmt werden?

alles Fragen die uns nie jemand beantworten wird, weil es keine plausiblen antworten auf diese fragen gibt.

Image Hosted by ImageShack.us
(große version hier)

The spirit

Das sin-city seine eigene Ästhetik hat und ein wirklich guter film ist, mit tollem Merchandise drumherum werden die meisten bestätigen. Nun kommt der inoffizielle Nachfolger in die Kinos, und mit ihm ein plakat das an durcheinander seines gleichen sucht.

Da ist einmal „the spirit“ selbst im Vordergrund, der offensichtlich stark alkoholisiert, schief die Straße entlang wankt, hinter ihm ein Haufen polizisten eines sondereinsatzkommandos die zu einem Klumpen schwärze verschmelzen, über diesen ein riesiges Gebilde von Plakatwänden bei denen die hälfte einfach frei in der Luft hängt, die andere an den Häuserwänden der Straße verankert scheint, auf diesen Wänden sind ALLE Hauptdarstellers des Films vorgestellt, mit peinlichen Sprüchen neben ihren Visagen, völlig überfrachtet, darüber ein, zwei hubschrauber und ein Haufen Scheinwerfer, dazu regnet und schneit es gleichzeitig (trotzdem ist die Straße trocken) und aus undefinierbaren Lichtquellen strömt rötliches, unheilbringendes licht umher.

und was sagt uns das? nix. Ich habe keinen blassen schimmer was mir das Plakat sagen will. die ganzen Zitate auf den Plakatwänden sind unsinnig und austauschbar, der untertitel des films „He’s something the world needs…“ kann getrost auf „…never needed and never will“ umgetextet werden.

für mich ist das ein wildes Potpourri welches krampfhaft versucht die sincity-Ästhetik einzufangen aber kläglich scheitert. Scheitert weil der Gestalter offensichtlich nicht begriffen hat das sich dieser spezielle s/w look durch seine reduziertheit und seine partiellen highlights an rot und gold definiert. tja, der film soll auch nicht berauschend sein.

Image Hosted by ImageShack.us

gibt es wirklich noch menschen die diesen schund lustig finden? ok, es ist ein Kinderfilm. aber wann werden furzend tanzende digitalwesen endlich out? hätte ich Geld, ich würde Dreamworks kaufen und Konkurs gehen lassen. allein wegen diesem rotz. „You got to move it move it“ im Hintergrund. War die Lizenz für dieses Lied vielleicht billig im Ausverkauf zu haben oder warum wählt man solch einen müll? Das logo des Films ist zu klein und zu mittig platziert, „escape 2 africa“ in einem font gehalten der wohl irgendwann zum inbegriff für Afrika erkoren wurde als ich auf dem scheißhaus saß, denn in letzter zeit penetriert er uns überall wo man „Busch-feeling“ wecken will. Das es sich hierbei um einen Kinderfilm handelt entschuldigt nichts, denn auch mit diesem film wird ein Merchandise ausgebeutet und Kasse gemacht. warum kann man sich da nicht ein bisschen mühe geben? Grade mit digitalen Charakteren lässt sich doch ALLES anstellen was einem beliebt. Warum hat es da nur zu einem dämlichen Gruppenbild der akteuere gereicht? Weil ab dem 2. teil von Animationsfilmen kein Geld mehr für werbung ausgegeben wird. Durch das massive Bewerben des ersten teils kommt es zu einem „rückkopplungs-effekt“ bei der Zielgruppe (kinder) sobald der 2. teil in die Kinos kommt, was frenetische begeisterung bei ihnen zur folge hat, in Erinnerung an den ersten teil. Die story kann faktisch die selbe wie im ersten teil sein, man ändert nur das setting und baut ein paar Witze auf dem humorniveau von 1998 ein. tadaaa, volle Kassen, trotz schund.

also insgesamt eine 6, aber was kann man von diesem abgedroschenen Müll schon erwarten.

so, das wars erstmal. wir dürfen gespannt sein was dieses jahr noch auf uns zukommt. im endeffekt zählt ja nciht das poster, sondern der film an sich. aber oft passt eben auch der eindruck den die promotion vermittelt zu diesem. ob gut oder schlecht bleibt jedem selbst überlassen. naja… zumindest jedem der nciht meiner meinung ist. :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.