Traumprotokoll: Die Hexen vom Nadelwald

Ich träumte heute Nacht von einem Wald, in dem ich mit ein paar Freunden unterwegs war. Vor uns lief eine Gruppe Touristen, die in loser Formation und gelben Regenmänteln den Wald durchstreiften. Es war recht Dunkel, der Wald war ein Laubwald, die Art der Bäume selbst kann ich nicht genau zuordnen. Die Touristengruppe befindet sich ca. 100 Meter vor uns, da erfüllt ein Ohrenbetäubendes Knacken und Krachen die Waldluft. Langsam, fast wie in Zeitlupe, stürzt einer der Bäume um und begräbt einen der Gelbjackenträger unter sich. Geschrei, Tumult, „Ohmeingott, warum ist…“ Es knackt erneut, ein weiterer Baum sucht sich sein Opfer unter den nun hysterisch umherlaufenden Waldbesuchern. Und ein weiterer, und dein weiterer. In Einer schieren Selbstmordaktion tötet der Wald die Störenfriede, einer nach dem anderen. „Es muss für dieses Unheil eine Quelle geben!“ Höre ich mich selbst sagen, und rate meinen Freunden besser „In den Nadelwald-Teil“ des Waldes zu gehen dort „wirkt der Zauber nicht“.(?)
Der Nadelwald ist noch dunkler als der Rest des Waldes. Haben Sie schon mal in einen dichten Fichtenwald gesehen? Genau so dunkel war es. Ich und meine Freunde trugen inzwischen Waffen. Ich Pfeil und Bogen, die anderen altertümliche Schwerter. Wir schlichen zu einer nahen Lichtung, ich weiß nicht mehr was uns dort hin führte, aber wir wussten instinktiv das von dort die Befehle für die Baumumstürzungen gegeben wurden. Schon von Weitem sah man grün/gelbes Licht, und umherwabernde Gestalten. Mit dem näherkommen erkannte man den fliegenden Dämon, welchen eine Gruppe Hexen, die Beschwörungen murmelnd in der Mitte der Lichtung stand, entfesselt hatte. Wir bezogen ungesehen Stellung, hinter einer kleinen Felsformation. Ich wusste genau was zu tun war. Eine der Hexen hielt ein Oktagon-Förmigen, großen, farbigen Stein, der den Dämon nährte. Ich würde dieser Hexe einen Jagdpfeil geradewegs durch die Schläfen Hämmern, sie direkt ausschalten, kaltmachen mit perfekter präzision. WIe ich es schon so oft getan hatte. Ich griff zum Köcher auf meinem Rücken. Und erstarte. Da war kein Köcher. Ich hatte ihn und die Pfeile zuhause liegen lassen, als ich meine Kleidung für den Waldausflug zusammenlegte. Ich geriet in Panik. Ich wusste: Es gab ansonsten nur einen einzigen Pfeil, der in einer Tüte mit Weihnachtsdekoration steckte, die ich selbstverständlich dabei hatte. Ich leerte die komplette Tüte auf dem Waldboden aus und wühlte in dem Inhalt wie ein gestörter. Da lag er plötzlich vor mir, ich konnte mein Glück kaum fassen. Ein perfekt gearbeiteter PFeil, Schaft aus Holz, schöne Federn am Ende, und eine perfekte Spitze aus feinstem Stahl. Endlich würde es der Hexe an den KRagen gehen, ich würde ihr Hirn über die ganze Lichtung verteilen. wenn ich nur …*KNACKS*
Einer meiner Mitstreiter war auf den Pfeil getreten. Er war kaputt. Irreparabel. Das war zuviel für mich. „Ich gehe nun nach Haus.“ Waren meine verabschiedenden Worte an meine Freunde, und ich ging den Weg zurück. Sie kamen mir hinterher, versuchten mich zu überreden doch noch etwas zu bleiben… Und als das nicht fruchtete, kamen sogar einige Hexen und sagten das sie es schön fänden wenn ich bliebe, ja sogar die Hexe mit dem Stein sagte, sie fände es doof wenn ich ginge und das „So ein Überfall auch ohne Pfeile Spaß macht.“. Doch das war alles verschwendete Zeit. Ich war untröstlich, und wanderte alleine durch den Wald nach Hause.Ohne Pfeile ist ein Überfall einfach nicht das Selbe.

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