Die nicht existente Vergewaltigungskultur

Was neues zum Thema Feminismus.
Ob ich mir damit Freunde mache ist fraglich, doch jedem der mein bisheriges Geschreibsel kennt sollte meine durch und durch egalitäre Position bewusst sein. Ich denke Feminismus ist heute immer noch notwendig, doch die „Publikumswirksamen Identifikationsfiguren“ von selbigem (Anita Sarkeesian, Lacy Green, Emma Watson…) sind in Ihrem Denken allesamt in Richtungen abgedriftet in denen alles „Problematic“ erscheint und ganzen Gesellschaften und Geschlechtern üble Absichten unterstellt werden, nur um die Realität in das eigene, desolate Weltbild einzupassen.
Der Begriff der „Rape Culture“ ist da ein Auswuchs. Der hier verlinkte Vice Artikel, dessen Studium ich empfehle, nimmt diese Behauptung als zugrunde liegenden Fakt. Ich konnte das so nicht stehen lassen. Viel Spaß beim Lesen:

KOMMENTAR:
Ohje Ohje, die Vergewaltigungskultur. Dieser Ausdruck ist mir ja so zuwider wie kein zweiter, weil so beliebig. Auch wenn ich Ihnen Anerkennung dafür aussprechen muss diese wirre Theorie gleich zu Anfang als Fakt zu definieren und darauf aufbauend einen Artikel zu schreiben der vermeintlich darauf abzielt Rassisten den Wind aus den Segeln zu nehmen, sich dann aber doch größtenteils mit dem zementieren einer haltlosen These (Die von der „Rape Culture“) beschäftigt. Schlau in aktuelles Tagesgeschehen verpackt, dass muss man Ihnen lassen.
„Dieser Begriff beschreibt Gesellschaften, in denen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung verbreitet sind und weitgehend toleriert werden.“
Da ist sie, die Kernthese, auf welchem der restliche Artikel fußt. Nun gut, da kann ich ja gleich mal fragen:
Wenn dem so ist und „Vergewaltigung verbreitet sind und weitgehend toleriert werden“ wie kommt es dann dass in der westlichen Welt Menschen denen Vergewaltigung nachgewiesen oder auch nur unterstellt wird, sozial maximal geächtet werden? Oder ist dem nicht so? Werden Menschen die in den USA auf der Sex-Offenders-Liste Landen nicht behandelt wie Aussätzige? Sind die Karrieren dieser Menschen nicht grundsätzlich dahin, wenn auch nur Gerüchte dieser Art Umlauf machen? Andreas Türk, der trotz Freispruch 8 Jahre lang aus der Fernsehlandschaft verschwunden war, Bill Cosby, den nun niemand jemals mehr sehen oder hören möchte, jetzt neulich James Deen, bei dem ein Tweet gereicht hat um ihn den Großteil seiner Verträge zu kosten… Nochmal für die Dummen: Ich Verteidige niemanden dieser Männer, Sie stehen hier einzig als Beispiel dafür wie sehr Vergewaltigung in dem Kulturbereich in dem wir Leben (zu recht) geächtet wird.
Und dazu wie „verbreitet“ diese Phänomen ist:
Ich verstehe dass es als Frau durchaus grauenhaft sein kann sich in den Festzelten des Oktoberfestes seiner Haut wehren zu müssen, aber leider ist dass das Leben, für jeden Menschen. Man muss sich täglich mit sozial und geistig kaputten/benebelten Menschen herumschlagen, die sich eher wie Tiere verhalten und die das 1×1 des normalen Miteinanders nicht beherrschen. Ein schrecklicher Zustand, ich weiß, aber er definiert nicht unsere Kultur. Der Großteil der Menschen ist tatsächlich ganz normal und verachtet Gewalt so wie Sie und ich. Und wird man Angegriffen so hat die Gesellschaft Instanzen geschaffen die einen schützen und die Angreifer bestrafen. Natürlich nur solange man diese Anzeigt. Niemand kann etwas verfolgen von dem niemand weiß.
Nun allen Menschen (aka „Gesellschaft“) pauschal zu unterstellen sie würden Vergewaltigung tolerieren ist eine unglaubliche Beleidigung. Sie stellen die Gesellschaft in der Sie leben als einen Orkus sexueller Gewalt dar, als könnte man sich als Frau nicht mehr aus dem Haus trauen ohne direkt von einer Horde erigierter Penisse angefallen zu werden, eine Gesellschaft in der Vergewaltigung als Teil der Kultur angesehen wird, von jedem toleriert (!) – Und dem ist nicht so. Wer in letzter Zeit mal sein Haus (oder seine Gedankenblase) verlassen hat, wird das bestätigen können.
„Die Sache ist nur: Feminist_innen kritisieren das ganze Jahr, dass wir nicht genügend über Sexismus sprechen, dass sexualisierte Gewalt tagtäglich passiert und wir ein so großes gesamtgesellschaftliches Problem trotzdem kaum öffentlich diskutieren, geschweige denn Lösungen thematisieren.“
Wie kommen Sie darauf dass „wir“ das nicht wissen? Ihr Schlag redet von nichts anderem, nie, zu keinem Zeitpunkt. Feminismus konzentriert sich inzwischen ausschließlich auf die Frau als universelles Opfer, jedweder Wille zu „Empowerment“ der Frau ist aus dieser Bewegung, zu meinem aller größten Bedauern, gänzlich verschwunden. Der moderne, öffentlichkeitswirksame Feminismus steht den ebenso verblendeten „Mens Rights Activists“ in nichts nach. Es geht nur noch um das akribische protokollieren vermeintlicher Verfehlungen der oppressiven Männlichkeit, und dem Entwickeln möglichst kruder Universal-Theorien aus selbigen.
Und mit wie vielen von diesen Theorien habt „ihr“ „uns“ (was für ein lächerliches Zugehörigkeitsgehabe) in den letzten Jahren malträtiert. (Ich abstrahiere:) „Computerspiele machen aus Männern sexistische Irre!“ (Anita Sarkeesian) – „Frauen bekommen für die selbe Arbeit im selben Job weniger Geld als Männer!“ (Bewusste Missinterpretation der OECD Studien zum Thema)- „Jemandem auf der Straße hinterherschauen ist quasi Vergewaltigung!“ (catcall Video debate) – „Ihr müsst Fotos meiner Körperausflüsse in sozialen Netzwerken lieben und bejubeln, ansonsten seid Ihr Frauenhasser!“ und eben die „Vergewaltigungskultur“ (Rape Culture)
Was mich etwas ärgert ist, dass Sie so blank erfundene Geschichten erzählen, und diese in ihrer Argumentation nutzen:
„Wenn heutzutage immer noch aus Kindergärten zu vernehmen ist, dass ein Mädchen sich nicht beschweren darf, sobald sie von einem Jungen gehauen wird und dies mit „er mag dich halt und kann es nicht anders zeigen“ erklärt wird, macht das deutlich…“
Wo ist das passiert? Warum stellen Sie das als Usus dar? Sind Sie Kindergärtnerin? Haben Sie empirische Beweise dass Mädchen systematisch von Jungen in Kindergärten verprügelt werden, und das gefördert von den Kindergärtnern? Sind Sie sich überhaupt imm klaren was Sie da einer ganzen Berufsgruppe unterstellen?? Oder war das einfach so ein Gedanke in Ihnen und der hat gerade so gut gepasst?
So eine Art der Argumentation ist schändlich, die Bildzeitung macht z.B. davon sehr gerne Gebrauch. Hörensagen. Unglaublich effektiv als emotionales Stilmittel, aber eben demagogisch.
„Denn diese arbeiten mit sehr wenigen finanziellen Mitteln, häufig ehrenamtlich, immer unter Rechtfertigungsdruck und mit dem stereotypen Vorwurf konfrontiert, männerhassende Hysterikerinnen zu sein.“
Warum haben Sie an dieser Stelle genau diesen Artikel verlinkt? Im Kontext dieses Satzes Unterstellen Sie dem Verfasser ganz klar stereotype Vorwürfe zu formulieren, und eine Frau ungerechtfertigter Weise als „männerhassend“ darzustellen. Eine Frau die einen
„Internationalen Kastrationstag“ fordert? Ich frage mich wo für Sie Männerhass anfängt, wenn nicht da?
„Deutschland konnte diese nicht ratifizieren, weil es die Defizite bei der Strafverfolgung, aber auch bei Opferschutz und -entschädigung gibt. So gilt das „Nein“ einer betroffenen Person bisher nicht als Grundlage dafür, eine Vergewaltigung auch als solche anzuerkennen. Ein untragbarer Zustand.“
Ein untragbarer Zustand? Wie wäre der Zustand denn tragbar? Dass ohne jegliche Beweise, nur auf die Aussage einer einzigen Person hin verurteilt wird? Ohne Überprüfung? Nur auf ein „Nein“ hin, von dem niemand nachweisen kann dass es jemals geäußert wurde? Das wird niemals so sein, gute Frau. Dafür haben wir den Rechtsstaat, eine der größten Errungenschaften der Zivilisation. Der ist zwar auch nicht perfekt, aber mir alle mal lieber als die subjektive Lynchjustiz, die Sie indirekt fordern.
(TL;DR) Zusammenfassend: „Rape Culture“ ist eine vollkommen unangebrachte Pauschalverurteilung einer ganzen Gesellschaft. Ich bestreite mit keiner Silbe dass es Vergewaltigungen gibt und von diesen ist jede einzelne eine zu viel und jeder bewiesene Fall soll mit aller Härte die das Gesetz vorsieht verurteilt werden, den Opfern soll jegliche Hilfe zukommen etc. etc. etc… Eben das was der moralisch aufrechte Menschenverstand fordert. Doch zu behaupten Vergewaltigung wäre in Deutschland toleriert, ist eine unhaltbare Behauptung und ein Schlag ins Gesicht für einen jeden der seine Mitmenschen mit Respekt und Anstand behandelt. Und das sind nicht wenige.

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